Fußverletzungen am Arbeitsplatz

Die Risiken verstehen und wie man sie verhindern kann

Füße gehören zu den am stärksten gefährdeten Körperteilen in Industrie- und Bauumgebungen. Jeden Tag sind Arbeiter Gefahren ausgesetzt, die von herabfallenden Gegenständen und scharfkantigen Teilen bis hin zu elektrischen Risiken und schwerem Gerät reichen.

Fußverletzungen können zu langen Erholungsphasen, eingeschränkter Mobilität und dauerhaften Behinderungen führen. Glücklicherweise können viele dieser Verletzungen durch eine ordnungsgemäße Gefahrenbeurteilung verhindert werden. entsprechendes Sicherheitsschuhwerkund gute Praktiken am Arbeitsplatz.

In diesem Leitfaden werden die häufigsten Fußgefahren am Arbeitsplatz und die Maßnahmen erläutert, die dazu beitragen, das Verletzungsrisiko zu verringern.

An inured foot being wrapped with bandages

Warum Fußschutz wichtig ist

Für Gleichgewicht, Beweglichkeit und Stabilität verlassen sich Arbeitnehmer auf ihre Füße. Insbesondere eine Verletzung, die die Bewegungsfreiheit einschränkt, kann die Wahrscheinlichkeit weiterer Unfälle deutlich erhöhen bei Arbeiten in der Höhe oder auf unebenem Gelände.

Zu den Branchen mit erhöhtem Fußverletzungsrisiko gehören:

  • Überdachung;
  • Bauwesen;
  • Stahlherstellung;
  • Schiffbau;
  • Herstellung;
  • Lagerhaltung;
  • Logistik;
  • Bergbau;
  • Versorgungsunternehmen;
  • Landwirtschaft.

Häufige Arten von Fußverletzungen am Arbeitsplatz

Fußverletzungen können durch vielfältige Gefahren entstehen. Das Verständnis dieser Risiken hilft Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen.


Quetschgefahren

Eine der häufigsten Ursachen für schwere Fußverletzungen ist der Aufprall schwerer Gegenstände.

Beispiele hierfür sind:

  • fallengelassene Werkzeuge;
  • Stahlträger;
  • Baumaterialien;
  • Maschinenkomponenten;
  • Paletten und Lasten, die mit Gabelstaplern gehandhabt werden.

Quetschverletzungen können Folgendes zur Folge haben:

  • gebrochene Zehen;
  • gebrochene Mittelfußknochen;
  • schwere Weichteilschädigung;
  • dauerhafte Behinderung.

Zehenschutzkappen tragen dazu bei, die Schwere von Aufprallverletzungen zu verringern.


Pannengefahr

Auf Baustellen gibt es häufig scharfe Gegenstände, die in das Schuhwerk eindringen können.

Zu den typischen Gefahren gehören:

  • freiliegende Nägel;
  • Schrauben;
  • Metallsplitter;
  • zerbrochenes Glas;
  • Verstärkungsstäbe;
  • Stahlschrott.

Durchtrittsichere Zwischensohlen helfen dabei, die Fußsohle vor dem Eindringen zu schützen.

Arbeiter sollten niemals davon ausgehen, dass normale Arbeitsstiefel einen Pannenschutz bieten.


Kompressionsgefahren

Im Gegensatz zu einem herabfallenden Gegenstand besteht die Gefahr einer Kompression, wenn schwere Lasten auf dem Fuß verbleiben.

Beispiele hierfür sind:

  • Fahrzeugräder;
  • schwere Maschinen;
  • gelagerte Materialien;
  • Lasten verschieben.

Bei diesen Verletzungen handelt es sich häufig eher um längere Krafteinwirkung als um einen plötzlichen Aufprall.


Elektrische Gefahren

Arbeiter, die in der Nähe von unter Spannung stehenden Elektrogeräten arbeiten, können einem Stromschlag ausgesetzt sein.

Typische Umgebungen sind:

Schuhe mit Schutz vor elektrischer Gefährdung (EH) sind so konzipiert, dass sie unter bestimmten Bedingungen eine zusätzliche Isolierung gegen unbeabsichtigten Kontakt mit unter Spannung stehenden Stromkreisen bieten.

Es sollte niemals sichere elektrische Arbeitsverfahren oder geeignete Sperr-/Kennzeichnungspraktiken ersetzen.


Statische Elektrizität

An manchen Arbeitsplätzen stellt statische Elektrizität eine andere Herausforderung dar.

Elektrostatische Entladungen können empfindliche elektronische Geräte beschädigen oder brennbare Atmosphären entzünden.

Abhängig von der Umgebung benötigen Arbeitnehmer möglicherweise Folgendes:

  • antistatische Schuhe;
  • leitfähiges Schuhwerk;
  • isolierendes Schuhwerk.

Die richtige Wahl hängt von den spezifischen Gefahren am Arbeitsplatz ab.


Mittelfußverletzungen

Die Mittelfußknochen befinden sich im oberen Teil des Fußes und sind besonders anfällig für starke Stöße.

In einigen Branchen sind zusätzliche Mittelfußschutzvorrichtungen erforderlich, um diesen Bereich über den standardmäßigen Zehenschutz hinaus zu schützen.

Dies kommt häufig vor in:

  • Gießereien;
  • Schwerindustrie;
  • Bergbau;
  • Stahlproduktion.

Schnitte und Abschürfungen

Scharfe Kanten, Bleche und raue Baumaterialien können Folgendes verursachen:

  • Schnittwunden;
  • Abschürfungen;
  • Stichwunden.

Schutzschuhe aus langlebigen Materialien tragen dazu bei, diese Risiken zu reduzieren.


Verbrennungen und heiße Oberflächen

Arbeiter, die Schweiß-, Schneid- oder Gießereiarbeiten ausführen, können auf Folgendes stoßen:

  • geschmolzenes Metall;
  • Funken;
  • heiße Oberflächen;
  • Verätzungen.

In Umgebungen mit hohen Temperaturen kann spezielles Schuhwerk erforderlich sein.


Chemische Exposition

Säuren, Lösungsmittel, Kraftstoffe, Öle und andere Chemikalien können das Schuhwerk angreifen oder Hautverletzungen verursachen.

Die Auswahl von Schuhen aus chemikalienbeständigen Materialien ist wichtig, wenn eine chemische Belastung zu erwarten ist.


Ausrutscher und sekundäre Fußverletzungen

Schlechte Traktion ist ein Faktor, der bei vielen Unfällen am Arbeitsplatz eine Rolle spielt.

Ausrutschen kann dazu führen:

Bei der Auswahl des Schuhwerks sollten Oberflächenbedingungen wie Wasser, Öl, Schlamm, Eis oder glatter Stahl berücksichtigt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:


Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhwerks

Passendes Schuhwerk hängt von den spezifischen Gefahren ab, die bei der Risikobewertung identifiziert wurden.

Wichtige Merkmale können sein:

  • Zehenschutzkappen;
  • durchtrittsichere Zwischensohlen;
  • rutschhemmende Laufsohle;
  • Schutz vor elektrischen Gefahren;
  • Mittelfußknochenschutz;
  • wasserdichte Konstruktion;
  • chemische Beständigkeit;
  • Knöchelstütze.

Kein einzelner Stiefel ist für jeden Arbeitsplatz geeignet.


Inspektion und Wartung

Sicherheitsschuhe sollten regelmäßig überprüft werden auf:

  • abgenutzte Sohlen;
  • beschädigte Zehenkappen;
  • Einstiche;
  • lose Nähte;
  • rissiges Leder;
  • verschlechterte Zwischensohlen.

Beschädigtes Schuhwerk sollte umgehend ersetzt werden.


Pflichten des Arbeitgebers

Arbeitgeber sollten:

  • Gefahren am Arbeitsplatz beurteilen;
  • geeignete Schuhanforderungen auswählen;
  • Schulung der Arbeiter zur Verwendung von PPE;
  • beschädigte Ausrüstung ersetzen;
  • Überprüfen Sie die Schuhanforderungen, wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern.

Häufig gestellte Fragen

Sind an jedem Arbeitsplatz Stahlkappenstiefel erforderlich?

Nein. Die Anforderungen hängen von den bei der Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz identifizierten Gefahren und den geltenden Vorschriften ab.


Können durchtrittsichere Schuhe jeden Nagel stoppen?

Nein. Die Leistung hängt von der Größe, Form, dem Winkel und der Kraft des Objekts ab. Zertifiziertes pannensicheres Schuhwerk reduziert das Risiko erheblich, kann jedoch keinen vollständigen Schutz unter allen Bedingungen garantieren.


Was sind Schuhe mit elektrischer Gefährdung (EH-Schuhwerk)?

EH-zertifiziertes Schuhwerk bietet unter bestimmten Testbedingungen eine zusätzliche Isolierung gegen unbeabsichtigten Kontakt mit unter Spannung stehenden Stromkreisen. Es ist nicht für elektrische Arbeiten unter Spannung oder als Ersatz für sichere Arbeitspraktiken gedacht.


Reichen rutschhemmende Stiefel auf Stahlflächen?

Rutschfeste Sohlen verbessern die Reibung, doch insbesondere glatter Stahl kann eine Herausforderung darstellen wenn es nass oder verschmutzt ist. Zusätzlich Traktionslösungen kann je nach Arbeitsumfeld angemessen sein.


Wichtige Erkenntnisse

  • Fußverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen am Arbeitsplatz.
  • Quetsch-, Durchstich-, Kompressions- und elektrische Gefahren erfordern unterschiedliche Schutzmaßnahmen.
  • Sicherheitsschuhe sollten auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz ausgewählt werden.
  • Regelmäßige Inspektion und Austausch sind unerlässlich.
  • Richtiges Schuhwerk hilft, Verletzungen zu reduzieren, muss jedoch mit sicheren Arbeitspraktiken kombiniert werden.

Referenzen

Arbeitsschutzbehörde (OSHA) – Persönliche Schutzausrüstung
https://www.osha.gov/personal-protective-equipment

OSHA – Fußschutz (29 CFR 1910.136)
https://www.osha.gov/laws-regs/regulations/standardnumber/1910/1910.136

Kanadisches Zentrum für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (CCOHS) – Sicherheitsschuhe
https://www.ccohs.ca/oshanswers/prevention/ppe/footwear.html

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA)
https://osha.europa.eu/

ASTM International – Normen für Schutzschuhe (ASTM F2413)
https://www.astm.org/f2413

CSA Group – Schutzschuhe (CSA Z195)
https://www.csagroup.org/

Standards Australia – Sicherheitsschuhe (AS 2210-Serie)
https://www.standards.org.au/

Magnetgriff in Aktion